Unser Beratungsverständnis

Siebzehn und ein Kamel

 

Ein Mullah ritt auf seinem Kamel nach Medina. Unterwegs sah er eine kleine Herde von Kamelen; daneben standen drei junge Männer, die offenbar sehr bedrückt waren.

 

„Was ist euch geschehen?" fragte er.

 

Der Älteste antwortete: „Unser Vater ist gestorben. Er hat uns diese siebzehn Kamele hinterlassen."

 

„Allah möge ihn segnen. Das tut mir leid ..."

 

„Sein letzter Wille war", fuhr der älteste Bruder fort, „dass ich die Hälfte seines Besitzes bekomme, mein jüngerer Bruder ein Drittel und der jüngste ein Neuntel. Wir haben schon alles versucht, um die Kamele aufzuteilen, aber es geht einfach nicht."

 

„Ist das alles, was euch bekümmert, meine Freunde?", fragte der Mullah. „Nun, dann nehmt doch für einen Augenblick mein Kamel und lasst uns sehen, was passiert.

 

Von den achtzehn Kamelen bekam jetzt der älteste Bruder die Hälfte, also neun Kamele; neun blieben übrig.
Der mittlere Bruder bekam ein Drittel der achtzehn Kamele, also sechs; jetzt waren noch drei übrig.
Und weil der jüngste Bruder ein Neuntel der Kamele bekommen sollte, also zwei, blieb ein Kamel übrig.
Es war das Kamel des Mullahs.

 

Er stieg wieder auf sein Kamel und ritt weiter.